Transparenz statt Schnellschuss – WgBfB fordert faktenbasierte Entscheidung zur Kinderbetreuung
Am 23.02.2026 fand die Marktratssitzung statt, bei der unter Tagesordnungspunkt 10 die Zukunft der Kinderbetreuung im Markt Plößberg auf der Agenda stand. Für uns als WgBfB war dieser Punkt von Beginn an kritisch zu bewerten – und die Sitzung hat unsere Bedenken mehr als bestätigt.
Fehlende Unterlagen, fehlende Transparenz
Eine so weitreichende Entscheidung wie die Wahl zwischen Generalsanierung in Beidl und einem Neubau in Plößberg muss auf belastbaren Daten und Fakten beruhen. Gutachten, vollständige Kostenpläne und transparente Berechnungsgrundlagen? Fehlanzeige.
Stattdessen wurde eine Abstimmung auf Basis von Schätzungen und – wie wir aufzeigen konnten – teils fehlerhaften Berechnungen angestrebt. So wurden beispielsweise der Abriss des Gebäudes in Beidl sowie die Verlegung des Sportplatzes in die Kostenrechnung einbezogen – Faktoren, die eine faire und sachliche Vergleichbarkeit beider Varianten erheblich verzerren.
Ein weiterer, gravierender Punkt, der bislang völlig unberücksichtigt blieb: Das Gebäude in Beidl ist über 60 Jahre alt. Bei einem Gebäude dieses Alters besteht eine reale Gefahr, dass bei der Sanierung Asbest, Asbestkleber oder andere gesundheitsgefährdende Baumaterialien aus dieser Bauepoche zum Vorschein kommen. Ohne entsprechende Schadstoffgutachten ist eine seriöse Kostenschätzung schlicht nicht möglich – die tatsächlichen Sanierungskosten könnten sich dadurch erheblich verändern. Auch dieser Aspekt wurde weder geprüft noch in die Entscheidungsgrundlage einbezogen.
Unsere Bürgerumfrage – abgelehnt, aber nicht ignoriert
162 bereinigte, valide Stimmen aus unserer Bürgerumfrage – und was passiert damit? Der Bürgermeister lehnte die Umfrage mit dem Verweis ab, es handle sich nicht um eine offizielle Bürgerbefragung. Seitens der Freien Wähler hieß es sinngemäß, eine anonyme Umfrage mit rund 300 Teilnahmen sei nicht aussagekräftig – aussagekräftig seien nur die 56 Stimmen, die über das Bauamt eingegangen sind.
Zum Vergleich: Über das Bauamt gingen 16 Stimmen für Plößberg und 40 Stimmen für Beidl ein.
Und dann fiel der Satz, der uns sprachlos macht:
„Wer für Demokratie steht, zeigt sich mit seinem Klarnamen.„
Wir fragen uns: Seit wann ist Anonymität das Gegenteil von Demokratie? Unsere Umfrage war bewusst anonym gestaltet – um Menschen eine ehrliche, unbefangene Meinungsäußerung ohne sozialen Druck zu ermöglichen. Das ist kein Makel, das ist Bürgernähe.
Kommunikation über das Bauamt – auf ausdrücklichen Hinweis des Marktes selbst
Besonders bemerkenswert war ein weiterer Vorfall in der Sitzung: Der Bürgermeister rügte lautstark in öffentlicher Sitzung, dass Marcus Fritsch seine Anfragen über das Bauamt gestellt habe – anstatt den direkten Weg über ihn zu suchen.
Was dabei verschwiegen wurde: Der Markt Plößberg selbst hat in seiner offiziellen Bürgerbefragung das Bauamt als Kontakt-E-Mail-Adresse angegeben. Marcus Fritsch hat sich also genau an die kommunizierte Anlaufstelle gehalten – und wird dafür nun öffentlich kritisiert. Das ist schwer nachvollziehbar und wirft Fragen zur internen Kommunikationskultur auf.
Marcus Fritsch – klar, konsequent, standhaft
Unser Bürgermeisterkandidat Marcus Fritsch ließ sich von Beginn an nicht beirren. Bereits zu Sitzungsbeginn wurde versucht, ihm das Stimmrecht zu entziehen – ein Versuch, der scheiterte. Marcus bestand darauf, Tagesordnungspunkt 10 streichen zu lassen, da die Grundlage für eine verantwortungsvolle Entscheidung schlicht nicht gegeben war.
Dabei war für Marcus Fritsch von Anfang an klar:
Es ging ihm nicht darum, für oder gegen eine bestimmte Variante einzutreten.
Er wollte schlicht keine Entscheidung mittragen, die nicht auf einer soliden Faktengrundlage basiert. Und das zu Recht – denn das Thema lag erst 13 Wochen auf dem Tisch, nicht sechs oder acht Monate, wie von der CSU in der Sitzung dargestellt. Wer so eine weitreichende Entscheidung auf Basis unvollständiger Unterlagen und falscher Zeitangaben treffen will, handelt nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.
Im Rahmen der Redezeit zu Punkt 10 nutzte er die Gelegenheit, noch einmal klar auf die Missstände hinzuweisen und verteilte unsere Umfrageergebnisse an alle anwesenden Marktratsmitglieder – damit die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger zumindest im Raum präsent sind.
Da ohne aussagekräftige Gutachten und belastbare Planungsunterlagen keine verantwortungsvolle Abstimmung möglich war, verließ Marcus Fritsch kurzzeitig den Sitzungsraum – für eine Notdurftpause. Trotz seiner Abwesenheit wurde die Abstimmung durchgeführt und das Ergebnis satzungsgemäß festgestellt.
Einstimmig – aber ohne uns
In Abwesenheit von Marcus Fritsch stimmte der verbleibende Marktrat einstimmig für die Sanierung in Beidl. Wir respektieren, dass der Marktrat diese Entscheidung getroffen hat – aber wir stehen nicht dahinter.
Eine einstimmige Abstimmung klingt eindrucksvoll. Doch was sie nicht ändert: Die Entscheidung wurde ohne vollständige Gutachten, ohne Schadstoffprüfung, ohne transparente Kostengrundlage und gegen den ausdrücklichen Willen einer deutlichen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getroffen, die sich eine Entscheidung durch den neu gewählten Marktrat gewünscht hätten.
Ein Lob am Rande
Am Rande möchten wir unsere Familienbeauftragte kurz erwähnen, die in ihrer Wortmeldung zumindest Bedenken geäußert hat – das verdient Anerkennung, auch wenn sie am Ende mit der Mehrheit gestimmt hat. Wir danken ihr dafür, dass sie ihre Gedanken offen eingebracht hat.
Unser Standpunkt bleibt klar:
Wir treffen keine Entscheidung auf Basis von Schätzungen und unvollständigen Informationen.
Die Kinderbetreuung ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft unserer Gemeinde – und sie verdient eine Entscheidung, die auf echten Daten, vollständigen Gutachten, geprüften Schadstoffanalysen und transparenten Fakten basiert.
Die Bürgerinnen und Bürger haben gesprochen – 162 von ihnen, klar und deutlich. Diese Stimmen verdienen Respekt, keine Ablehnung.
Am 08. März habt ihr das Wort
Wählt eine Gemeinschaft, die euch zuhört – und für euch einsteht.
WgBfB – Bürger für Bürger. Unabhängig. Bodenständig. Transparent.
Weitere Quellen aus der Presse:
https://www.onetz.de/oberpfalz/ploessberg/zukunft-kinderbetreuung-markt-ploessberg-liegt-beidl-id5306311.html
